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Erste Tour mit Mr. Benz 2016

Unsere erste Tour mit Mr. Benz Ende September 2016 verlief völlig anders als ursprünglich geplant:

Eigentlich wollten wir uns ganz pomadig an der Kroatischen Küste entlang schlängeln und ein paar Tage auf Krk am Strand chillen.

 

Aber zum einen war in Kroatien das freie Campieren selbst in der Nachsaison ein Ding der Unmöglichkeit. Zum anderen waren die Campingplätze, die wir notgedrungen anfahren mussten, mit pensionierter Dethleffs Weißware überfüllt und das ist halt gar nicht unsere Welt.

 

 

Auf den Campingplätzen hasste uns die ‚Geranien-Töpfchen-Aufsteller-Fraktion‘, da wir durch unsere Höhe zu viel Schatten machen und außerdem muss sich Mr. Benz erst mal fünf Minuten warmlaufen bis der Bremsdruck aufgebaut ist und wir losfahren können. Ja, der Dieselmotor stinkt und ist laut – aber so ist es halt mit einem 40 Jahre alten LKW …

 

Auf der Flucht aus Kroatien stellte Mr. Benz unser Nervenkostüm das erste Mal auf die Probe: das Knöpfchen für die Motorstaubremse arretierte in den ungünstigsten Verkehrssituationen und natürlich an einem Samstag Nachmittag. Gut – Problem erkannt und nach stundenlanger Suche eine LKW-Werkstatt gefunden.

 

In Montenegro durften wir trotz absolutem Verbot sehr idyllisch in einem Nationalpark frei und gratis campieren, nachdem ich dem Security Guide eine Zigarette angeboten und mit ihm auf Polnisch etwas geplaudert habe.

Wir hatten eine tolle Zeit am Schwarzen See und es war zunächst alles fein.

 

Dann kam die zweite Bewährungsprobe: auf der Strecke zur Tara Brücke hat sich die Feder aus dem Kupplungspedal verabschiedet – natürlich wieder am Wochenende. Wir ‚campierten‘ an einer sehr belebten Durchfahrtsstraße. Am Montag Morgen wurde uns geholfen und wir fuhren weiter nach Albanien.

 

Dritte Bewährungsprobe: am Shkoder See chillten wir für paar Tage und haben gemeinsam mit einem anderen LKW-Paar beschlossen, weiter Richtung Süden zu fahren. Am Weg dorthin leuchtete bei uns die Warnleuchte für die Motortemperatur auf … eh klar es war wieder ein Samstag und wir standen mitten auf der Autobahn.

Alle Notruf-Nummern funktionierten nicht und schließlich ‚half‘ uns die Österreichische Botschaft, indem sie uns einen ‚vertrauenswürdigen‘ Mechaniker schickte.

 

 

 

 

 

Schlussendlich sind wir einem Albanischen Raubritter zum Opfer gefallen, der uns wirklich seeehhhr viel Geld für Reparaturen abnahm, die er gar nicht durchgeführt hat.

Aber so etwas kann man nur mit Humor nehmen und schlussendlich war es eine tolle Reise, bei der wir ALLE dazugelernt haben:

 

  • Hans, dass er sich mit dem LKW technisch viel mehr auseinandersetzen muss.
  • Ich, dass ich in kritischen Situationen nicht gleich die Nerven schmeißen darf.
  • Monti, dass er in so einer Lage einfach mal Sendepause hat.

Wir haben unsere Lektionen brav gelernt und die Reise dann noch fein in Österreich ausklingen lassen: mit Erlaubnis der Weinbauernfamilie Tement haben wir in der Südsteiermark in den Weinbergen frei campiert und sind über das Burgenland nach Hause getuckert.

 

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